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Andres Andres
Amoebe Andres haben wir in Cusco, Peru, getroffen und viel gemeinsam herumphilosophiert.

"Sag zu allem ja, was in dir ist."

Mein Geburtsort Landshut in Bayern, Deutschland. An Landshut mag ich den Fluss, die Haeuser, die Menschen, die ich kenne. Es ist eine gotische Stadt, alles sieht aus wie in einem Spielzeugladen, irgendwie maerchenhaft. Die Stadt ist im Krieg nich zerbombt worden. Die Kirche hat den hoechsten Backstienturm der Welt (136 Meter). In Landshut leben ca. 65.000 Menschen. Es liegt zwischen Passau und Muenchen.

Was ich an Deutschland mag Deutschland hat wichtige Erfahrungen im Krieg gemacht, dadurch, dass es den Krieg verloren hat. Mein Vater war im 2. Weltkrieg. In Deutschland gibt es eine gewisse kritische Einstellung, ein mangelndes nationales Selbstbewusstsein im positiven Sinne. Die Menschen in Deutschland empfinde ich als menschlich. Zwar ist vieles geregelt, aber sie sind dennoch kritisch und intelligent, oft ernsthaft um eine Sache bemueht. Ich sehe dabei, dass es oft nicht nur um Geld und zweitrangige Werte geht, sondern eine Sensibilitaet fuer Zusammenhaenge existiert, ein ein Miteinander und Zusammenleben, dass auf Vertrauen, Verlaesslichkeit und Sensibilitaet basiert. Das sind zumindest meine persoenlichen Erfahrungen.
Was ich an Peru mag Zur Zeit reise ich in Peru. Ich mag die Hoehe der Anden. Es gibt viele Extreme hier, zum Beispiel der Hochstand der Sonne und trotzdem ist es kalt. Die Hoehe hat schon fast eine gewisse spirituelle Wirkung, drueckt sich vielleicht auch in der starken Religiositaet der Menschen hier aus. Aber auch in der Kunst und Kreativitaet. Alles ist unbewusst stark, leuchtend, kraeftig und lebendig. Ich glaube, dass sich die Extreme auf die Menschen auswirken und es deshalb auch so viele Demonstrationen, Verkehr, Laerm und Prozessionen gibt. Ich habe das Gefuehl, die Menschen haben wenig Ruhe fuer z. B. Meditation oder auf sich selbst zu hoeren. Die Leute sind unkompliziert, urspruenglich, haben Naehe zum Naechsten, nichts dazwischen. Ich mag hier, was mir die Gesellschaft vorlebt und was ich daraus lernen kann.
Meine Feten und Feste Weihnachten ist ein besonderes Fest. Ich feier erst mit der Familie, spaeter dann mit meinen Freunden. Ansonsten habe ich keine speziellen Lieblingsfeste, ich mag Feiern, die sich spontan ergeben, die man einfach zulaesst.
Meine Reisen Ich habe ein Jahr lang in Nordamerika gelebt und bin dort mit dem Wohnwagen durch das Land gefahren, durch den Westen von Amerika. Es war wie ein Traum, landschaftlich und menschlich. Das war meine bisher schoenste Reise. Meine weiteste Reise war nach Indonesien.
Wohin ich gern reisen wuerde Cuba und Brasilien. Ich bin jetzt schon ganz euphorisch, dass ich gut genug spanisch spreche, um mit den Menschen zu kommunizieren. An Cuba fasziniert mich das System, die Behauptung gegenueber Nordamerika, das Durchstehen der vielen Schwierigkeiten wegen der Amerikaner. Ausserdem interessieren mich die Leute. Ich stelle sie mir unbuerokratisch und lebenslustig vor. Ueberall wird getanzt. Mich fasziniert die einfache und unverdorbene Lebensfreude.
Brasilien ist fuer mich Abenteuer. Ich weiss nicht viel ueber das riesige Land, habe keine Ahnung, was mich dort erwartet.
Wie ich mich fortbewege? In der Stadt fahre ich Fahrrad. Das ist nett an unserer Stadt ist, dass man alles mit dem Fahrrad machen kann. Fuer Ausfluege in die Umgebung, zum Beispiel in die Berge, nutze ich das Auto.
Das mache ich besonders gern Allein: lesen, nachdenken, Staatsphilosophie. Ich lese gern philosophische Buecher, alles, was Aufschluss gibt ueber unser Leben und die damit verbundene Transzendenz, die Magie unseres Lebens, z. B. "Der Weg des wahren Adepten"

Mit Freunden: diskutieren, spielen, Spass haben, verueckte Sachen machen, Bloedsinn.
Ein Beispiel fuers Spielen: Wir machen Tanztheater. Einer faengt eine Geschichte an, der naechste schreibt sie fort, bis alle einen Teil geschrieben haben, dann werden die Rollen verlost und wir fuehren das Stueck auf.
Mein schoenstes Erlebnis in letzter Zeit Gestern abend hab ich mich mit euch kaputt gelacht.
In den letzten Monaten war ein schoenes Erlebnis, dass ich mit einem engen Freund eine Seelenverwandtschaft entdeckt habe. Wir haben beide zur gleichen Zeit fest gestellt, dass wir von unserer Seele her mehr miteinander verbunden sind, als wir es gedacht haben. Wir sind bereits seit 7 Jahren befreundet, haben viel diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und dabei hat sich unser Leben veraendert. Wir hatten auch viele Schwierigkeiten in der Freundschaft. Aber vor einigen Wochen haben wir beide gleichzeitig eine tiefe Verbundenheit gespuert.
Ein besonders schoenes Erlebnis in meinem Leben Ich erinnere mich an einem Augenblick in meinem Leben, in dem ich 100prozentig gluecklich war. Ich habe auf einen Fluss geschaut, in der die Sonne geglaenzt hat. Das war mit 12 Jahren, es war ein ganz reines Gefuehl von Glueck.
Aehnlich rein war das Gefuehl mit 7 Jahren, die Gummistiefel anzuziehen und in den Bach zu stapfen.
Mein grosser Wunsch Frueher haette ich gesagt, dass die Mauer faellt, weil ich einen Brieffreund im Osten habe, seit ich fuenf Jahre alt bin.
Heute wuensche ich mir, dass mehr Liebe auf der Welt ist, die Menschen nicht so viel dazwischen haben, z. B. der Zwang zum guten Aussehen. Ich wuensche mir Toleranz. Jedes Individuum soll so leben, wie es moechte.
Meine Botschaft fuers Album amicorum Leb dein Leben mit allem was dazugehoert. Sag zu allem, was in dir ist, ja. Lass dir von keinem was sagen, werd stark aus dir selbst und indem du erkennst, was in dir ist und das lebst. Sieh was es ist und was dabei rauskommt und zieh die Erkenntnis daraus, ohne irgendwelche Hindernisse, die du selbst setzt oder von anderen setzen laesst.
Andres, 34 Jahre, 11. Oktober 2003.

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