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Swaziland (April 2004)
Auf nach Swaziland. Überall lachen uns Kinder an. Eine Zuckerdose.

Uwe: Endlich in Afrika. Wir sehen nur noch schwarze Menschen. Keine Weißen, keine elektrischen Zäune, keine "Armed Response"-Schilder und keinen Wirtschaftswald mehr. Stattdessen winkende Kinder und grüne Hügel mit schicken großen runden Felsen und Rundhütten dazwischen.

Auch eine Kuriosität ist auf Swazis Straßen unterwegs. Radfahrer mit Westen, auf denen Road Security steht. Einer fährt ein bisschen mit uns Rennen. Wir unterhalten uns. Er sorgt dafür, dass keine Kühe oder andere Tiere auf die Straße laufen. Dafür ist er mit einer Pfeife ausgestattet. Das ist sein Job.
Rundhütten zwischen schicken runden Felsen.

Die Swazis sind zudem äußerst höflich. Auch dann, wenn sie um Geld bitten So sagt ein Mädchen zu uns "Hello my dear friend. How are you? Please can you give me two Rand".

Die Straße, die von der Hauptstadt Mbabae ins Ezulwini-Tal führt soll angeblich die zweitgefährlichste der Welt sein. Gefahr ist der gut ausgebauten Straße mit Seitenstreifen und seichten Serpentinen nicht anzusehen. Wenn hier tatsächlich viele Unfälle stattfinden, dann kann das eigentlich nur am Unvermögen der Fahrer liegen. Für uns allerdings auch keine beruhigende Erkenntnis.

Wir haben jedenfalls keine Probleme, heil nach Sondzela, einer Art Hostel im Mlilwane Game Park zu gelangen. Abgesehen vom weit verbreiteten Holzschutzmitteleinsatz mit beißendem Geruch ist es in Sondzela ganz nett. Ab und zu kommen zwei bis drei Strauße vorbei und schauen, ob sie was abzocken können.


Sie schleichen auch ums Haus herum auf der Suche nach etwas zu essen. Immer wieder sehe ich durch ein Fenster einen dieser typischen kleinen Köpfe mit den großen Augen hektisch davon ziehen, gefolgt von einem jagenden Angestellten.
Vorsicht Zelträuber im Mlilwane Game Park.

Entwicklungshilfe für den Lebenslauf
Im Hostel ist auch eine Gruppe britischer Jugendlicher im Gap-Year. Zwischen Schule und Uni, im sogenannten Gap-Year, macht es sich gut im Lebenslauf, ein paar Monate ehrenamtlich im Ausland zu arbeiten, zum Beispiel in Afrika. Die Gruppe im Hostel hat sechs Wochen lang an der Errichtung einer Schule in Tansania mitgearbeitet. Weitere sechs Wochen reisen sie nun durchs südliche Afrika. Oder besser: sie jetten. Die Route folgt nicht unbedingt der Geografie des Kontinents, da muss auch mal zwischendurch geflogen werden. Der Reiseverlauf ist festgelegt und Unterkünfte werden lange vorher gebucht. Einer der Jungs erzählt mir, dass sie morgen für ein paar Tage in irgendeinen Nationalpark fahren. In welchen, weiß er nicht...

Das Geschäft mit der Not
Am nächsten Tag stolpern wir über einen derartigen "Reiseveranstalter". Erst habe ich den Eindruck, es handele sich um eine Hilfsorganisation. Aber falsch gedacht. Hauptziel ist es, jungen Menschen einen Freiwilligen-Job in Afrika zu organisieren - gegen gute Bezahlung. Zufällig sind sie gerade dabei, einen Flyer für ihre Werbung zu entwerfen und fragen mich nach meiner Meinung zu den möglichen Cover-Fotos. Roland, der junge Marketing-Mann und seine Chefin erklären mir ihre Zielgruppe: Die jungen Leute brauchen zwar ein Arbeitserlebnis, aber hauptsächlich wollen sie Spaß haben auf ihrem Afrika-Trip. Letztlich setzt sich dann auch der Entwurf mit dem dynamisch ins Bild springenden Jungen gegen die junge Frau mit dem schwarzen Baby auf dem Arm durch.

Für uns ist das mal wieder eine Gelegenheit, über Tourismus und Entwicklungshilfe zu diskutieren. Aber es ist so schwierig zu beurteilen, was gut und was schlecht ist. Was ist davon zu halten, wenn eine Gruppe westlicher Jugendlicher in einem afrikanischen Dorf für kurze Zeit an einer Schule mitbaut. Wo ist die Grenze zwischen echter Hilfe und der Arroganz von Entwicklungshelfern, zu wissen was gut ist? Welche Abhängigkeiten entstehen durch Entwicklungshilfe? In Sondzela treffen wir einen Amerikaner, der bereits seit anderthalb Jahren in einem Krankenhaus arbeitet. Auch er sieht es kritisch und weiß keine Antwort auf die Frage, wie gute Entwicklungshilfe aussehen muss.

Auf Öko-Mission
An der Straße durch den Hlane Park warnt ein Schild vor Löwen und Elefanten. Hmmh, wie ernst zu nehmen ist das wohl? In einiger Entfernung sehen wir einen Zaun. Trotzdem sind schon manche Löwen entwischt, hat man uns in Mbabane erzählt.

Konkreter und unmittelbarer ist jedoch auch hier die Bedrohung durch Holzschutzmittel, das am Camp-Eingang schon wieder in unsere Nasen sticht.

Ein Schild warnt vor wilden Tieren.

Wir diskutieren lange mit dem Rezeptionisten. Jetzt haben wir schon viele Leute verrückt gemacht, vielleicht hilfts ja doch und König Mswati der Dritte reagiert auf unsere zahlreichen Appelle: Öko-Holzschutz für Swaziland!

Auf dem Camp streunen erneut Strauße und Wildschweine herum. Die hauen uns nicht mehr von den Socken. Vielmehr die beiden Rhinos, die um das nahegelegene Wasserloch streunen.
Ohne es zu wollen treibe ich einen Strauß vor mir her.

Zum Abendessen lassen wir uns mit zwei Petroleumlampen in einem Pavillon mit Sofas und Sesseln nieder. Wir fühlen uns wie Kolonialherren am Abend nach der Großwildjagd. Irgendwelche Tiere brüllen in nicht allzu großer Entfernung durch die Nacht.

Wo das Grüßen Spaß macht
Claudia: Der Weg ins Shewula Mountain Camp führt über eine lange Schotterpiste auf der erstaunlich viele Menschen unterwegs sind. Hier können wir unsere paar Brocken Siswati einsetzen.

Auf dem Weg nach Shewula.
"Sawubona" "unjani" "ngiyaphila" "ngiyabonga" Was soviel heißt wie "Hallo, wie gehts, danke gut...". Am schönsten klingt es, wenn eine Gruppe wie im Chor "Yebo" antwortet, wenn wir grüßen. Das heißt "Ja", bedeutet aber so viel wie "Ja, ich habe dich verstanden, danke mir gehts gut...". Diese Sprache mit den langen Vokalen und weichen Konsonanten klingt unglaublich schön und richtig afrikanisch. Trotz "Yebo"-Abkürzung ist das Gegrüße ganz schon zeitaufwändig. Jeder scheint jeden einzeln abzufragen... das dauert. Ist aber eben höflich, wie die Swazis nun mal sind.

Hier oben herrscht eine sehr schöne Stimmung. Schöne, weite Landschaft, warmes Nachmittagslicht und freundliche Menschen. Von hier ist es nicht mehr weit nach Mosambik.

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